Chronik 1951 bis 1959

30.09.1951          Gründung des Bezirksverbands Kreuzberg-Neukölln (Unterkunft Urbanstraße 20 in Kreuzberg)

1953                     Beseitigen einer umgestürzten riesigen Pappel in der Kreuzberger Fontanestraße

1953/1954           Bau von Steganlagen in Wannsee für das DRK

ab 1954                Brandschutzwachen im Grunewald

1956/1957           Teilnahme am Umzug der Kreuzberger Festlichen Tage

26.08.1957          Schauübung in Spandau anlässlich der 725-Jahrfeier

08.11.1957          Teilnahme an der Deutschen Industrieausstellung in Berlin

06.06.1959          Katastrophenschutzübung in Heiligensee (Bau eines Tonnen- und eines Hängestegs)

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Die Gründungsjahre des Bezirksverbandes Kreuzberg-Neukölln

Erstes Mitglied des neuen Bezirksverbandes Kreuzberg-Neukölln war Herbert Schubert. Sein Eintritt am 30. September 1951 markiert das Gründungsdatum des Bezirksverbandes. Vorausgegangen war im Juli 1951 ein Treffen von 21 ehemaligen Mitgliedern der früheren Technischen Nothilfe in einem Kreuzberger Lokal.

Die Helfer des THW hatten ihre erste Unterkunft im vierten Stock der Kreuzberger Urbanstraße 20 über einem Polizeirevier. Hier konnten sie auf dem Dachboden üben - sogar eine Hängebrücke wurde dort errichtet.

Ab 1959 stand ihnen außerdem ein Übungsbereich auf dem hinter dem Haus befindlichen alten Kasernenhof zur Verfügung. Sie errichteten dort ein Trümmerhaus und einen Wassergraben, um den Stege- und Brückenbau üben zu können.

Im Nachbargebäude konnten die THW'ler außerdem weitere Kellerräume nutzen. Hier war das Gerätelager untergebracht, wo das Werkzeug zur Ausbildung ausgegeben wurde. Auch die Kleiderkammer befand sich dort, in der sich die Helfer am Übungsabend ihre Dienstkleidung abholten.mehr Fotos

Auf dem Dachboden der Urbanstraße wurde alles geübt. Hier besteigen die THW-Helfer mit Steigeisen einen damals üblichen Elektromast und setzen neue Isolatoren ein. Quelle: THW Neukölln
Auf dem Dachboden der Urbanstraße wurde alles geübt. Hier besteigen die THW-Helfer mit Steigeisen einen damals üblichen Elektromast und setzen neue Isolatoren ein. Quelle: THW Neukölln
Ihr neues Übungsgelände auf dem Die THw-Helfer richten ihr neues Übungsgelände auf dem Kasernenhof ein. Handarbeit ist gefragt, denn einen Kran gibt es nicht. Quelle: THW Neukölln
Die THW-Helfer richten ihr neues Übungsgelände auf dem Kasernenhof ein. Handarbeit ist gefragt, denn einen Kran gibt es nicht. Quelle: THW Neukölln
Der erste Bezirksbeauftragte ist Polizeioffizier Bölitz (re). Links neben ihm sitzt der THW-Landesbeauftragte Dr. Schmidt.
Der erste Bezirksbeauftragte ist Polizeioffizier Bölitz (re). Links neben ihm sitzt der THW-Landesbeauftragte Dr. Schmidt.

Stegebau - eine Spezialität des Bezirksverbandes

1953 und 1954 bauten Helfer des Bezirksverbandes Kreuzberg-Neukölln an der Wasserrettungsstation Tiefehorn und auch am Bootshafen des DRK in Wannsee eine neue Steganlage bestehend aus einen festen Steg und einen Schwimmsteg. Mehr

Am 6. Juni 1959 bestritten in Heiligensee THW-Helfer aus Kreuzberg und Neukölln sowie Angehörige des Deutschen Roten Kreuzes die erste Wasserübung in  Berlin. Das THW hatte die Aufgabe, eine Hängebrücke und einen Tonnensteg zu bauen, um verletzte Personen von einer Insel auf das Festland bringen zu können, wo sie vom Roten Kreuz versorgt wurden. Mehr

Das DRK benötigt Unterstützung, damit ihre Wasserrettungsstation wieder einen nutzbaren Anlegesteg bekommt. Bewährt hat sich der Bau eines Tonnensteges an Land. Quelle: THW /Neukölln
Das DRK benötigt Unterstützung, damit ihre Wasserrettungsstation wieder einen nutzbaren Anlegesteg bekommt. Bewährt hat sich der Bau eines Tonnensteges an Land. Quelle: THW /Neukölln
Großübung am Heiligensee. Verletzte sollen über den Tonnensteg des THW ans rettende Ufer transportiert werden. Links im Hintergrund wird am Hängesteg gearbeitet. Quelle: THW/ Neukölln

Brandschutzwachen im Grunewald

Ab 1954 beteiligten sich auch die Neuköllner THW-Helfer an den Streifengängen im Grunewald.  In den waldbrandgefährdeten Monaten April bis September unternahmen sie dort jeden Sonntag von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr Reviergänge oder Streifenfahrten durch die Sandwege in einem Gerätewagen des Typs "Tempo Matador".

Ausgestattet mit Feuerpatsche, Wasserrucksack, Klauenbeil und Machete achteten sie auf Entstehungsbrände an illegalen Feuerstellen oder durch unachtsame Raucher. Außerdem gab es Beobachter auf Grunewaldturm und auf dem alten Fernsehturm auf dem Schäferberg, die mit einem Funkgerät verdächtige Rauchentwicklungen melden konnten.

Zusammen mit dem Tegeler Forst war der Grunewald einer der wichtigsten Naherholungsgebiete in West-Berlin.

Mit Kübelspritze, Axt und Spaten gehen die Männer vom Neuköllner THW auf Waldbrandstreife im Grunewald. Quelle: THW Neukölln
Mit Kübelspritze, Axt und Spaten gehen die Männer vom Neuköllner THW auf Waldbrandstreife im Grunewald. Quelle: THW Neukölln
Nichts wird dem Zufall überlassen. In Gebieten mit erhöhtem Ausflugsverkehr werden die  Streifengänge und Kontrollfahrten zweimal am Tag durchgeführt. Quelle: THW Neukölln
Nichts wird dem Zufall überlassen. In Gebieten mit erhöhtem Ausflugsverkehr werden die Streifengänge und Kontrollfahrten zweimal am Tag durchgeführt. Quelle: THW Neukölln
Die Zeitschrift 'Unser Wald' aus Frankfurt a. M. berichtet im November 1957 über die Berliner Waldbrandstreifen. Quelle: THW Neukölln
Die Zeitschrift 'Unser Wald' aus Frankfurt a. M. berichtet im November 1957 über die Berliner Waldbrandstreifen. Quelle: THW Neukölln

Der Bezirksverband präsentiert sein Können

Die "Kreuzberger festlichen Tage" luden alle Bürger zum Feiern ein. Eine ganze Woche lang gab es Veranstaltungen, Vorführungen und Musik. Beim Festumzug am 18. August 1957 von der Wrangelstraße bis zum Viktoriapark präsentierten sich viele Organisationen, auch die THW-Helfer des Bezirksverbandes Kreuzberg-Neukölln waren dabei.

Man zeigte gern, was man hatte. Und was man nicht hatte, brachte man von zu Hause mit. Im Umzugstross des THW fuhren auch einige Privatfahrzeuge und Krads, aber auch ein Mannschaftswagen und ein Gerätewagen waren zu sehen. Außerdem demonstrierten die THW'ler auf der Festwiese des Viktoriaparks bei Vorführungen ihre Leistungsfähigkeit. Mehr Fotos

Ab den 50er-Jahren fand auf dem Berliner Messegelände die Deutsche Industrie-Ausstellung statt. Elektroindustrie, Hörfunk und Fernsehen und andere Industriezweige stellten ihre neuesten Produkte aus. Auch das THW präsentierte sich mit seinem vielseitigen Können.

Im November 1957 bauten die Helfer einen riesigen Hängesteg auf dem Freigelände auf. Ein anderes Mal stellten sie eine Holzbrückenkonstruktion aus oder präsentierten ihre Aufgaben bei der Waldbrandstreife im Grunewald. Auch Vorführungen mit dem Schweißgerät gehörten dazu. Mehr Fotos

Die THW-Karavane beim Festumzug durch Kreuzberg. Der Krad-Fahrer brachte sein privates Motorrad zum Umzug mit. Quelle: THW/ Neukölln
Die THW-Karavane beim Festumzug durch Kreuzberg. Der Krad-Fahrer brachte sein privates Motorrad zum Umzug mit. Quelle: THW/ Neukölln
Einen riesigen Hängesteg bauen die THW-Helfer zur Industrieausstellung auf dem Messegelände. Quelle: THW/ Neukölln
Einen riesigen Hängesteg bauen die THW-Helfer zur Industrieausstellung auf dem Messegelände. Quelle: THW/ Neukölln
Hier demonstrieren THW-Helfer ihre Fähigkeiten beim Schweißen. Der Metalltisch wurde auf der Industrieausstellung gebaut und wird heute noch im Ortsverband Neukölln benutzt. Quelle: THW/ Neukölln
Hier demonstrieren THW-Helfer ihre Fähigkeiten beim Schweißen. Der Metalltisch wurde auf der Industrieausstellung gebaut und wird heute noch im Ortsverband Neukölln benutzt. Quelle: THW/ Neukölln