28.03.2018, von Anja Villwock

Straßenbahn von oben und unten

Eine Einsatzoption des Technischen Hilfswerkes sind Hilfeleistungen auf Verkehrswegen. Wie man bei einem Unfall mit einer Tram die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) oder die Feuerwehr optimal unterstützt, wollten 28 THW-Helferinnen und Helfer aus den Berliner Ortsverbänden Treptow-Köpenick, Marzahn und Neukölln am 28. März 2018 wissen.

THW-Helferinnen und Helfer aus drei Berliner Ortsverbänden erkunden die Einsatzmöglichkeiten bei einem Tram-Unfall. Quelle: THW/ Anja Villwock

THW-Helferinnen und Helfer aus drei Berliner Ortsverbänden erkunden die Einsatzmöglichkeiten bei einem Tram-Unfall. Quelle: THW/ Anja Villwock

Sie besuchten den Betriebshof Weißensee in der Bernkasteler Straße und ließen sich vom Brandschutzbeauftragten Hans-Joachim Hasenbank, der selbst lange Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv war,  in die Geheimnisse der Straßenbahn einführen.

Die wichtigste Lehre lautete: Keine Handlung am Fahrzeug, solange der Strom nicht abgeschaltet ist. Die Straßenbahnen fahren mit Gleichstrom im Kleinspannungsbereich zwischen 750 und 800 V. Ab 100 V besteht bei Berührung Lebensgefahr. Deshalb können heruntergefallene Äste oder andere Gegenstände auf der Oberleitung erst beseitigt werden, wenn der mit Sonderrechten ausgestattete Turmwagen der BVG die Oberleitung stromlos geschaltet hat. Die Ehrenamtlichen vom THW konnten auch einmal selbst den Stromabnehmer der Straßenbahn herunterkurbeln und die Tram so vom Strom abkoppeln. Gefahr besteht dann aber immer noch, da Straßenbahnen durch das Bremsen Strom ins Netz einspeisen oder die Batterien noch Strom abgeben können.

Auch wenn Gegenstände unter die Tram geraten, ist Vorsicht geboten. Bei einem Gang unter die Straßenbahn wies Ausbilder Hasenbank auf die möglichen heißen Bremsscheiben hin sowie auf die  Notbremsanlage mit Sand. Auch die Magnetschienenbremsen beeindruckten die THW-Einsatzkräfte. Diese Bremsen pressen sich mit 8 t Druck auf die Schienen. Hier sollte keine Hand dazwischen liegen. Die Niederflurfahrzeuge haben eine Bodenfreiheit über der Straße von 8 cm. Da die Straßenbahnen aus einer selbsttragenden Karosserie bestehen, sollte nur der komplette Zug auf beiden Seiten gleichzeitig angehoben werden. Extra dafür vorgesehene Hebebolzen und Verspannungsmaterial befinden sich auf zwei Gerätewagen der Feuerwehr und bei der BVG.

Zwei Stunden und viele Fragen später war der Rundgang oberhalb, unterhalb und in der Straßenbahn beendet und die Helferinnen und Helfer des THW um einige Erkenntnisse reicher.


  • THW-Helferinnen und Helfer aus drei Berliner Ortsverbänden erkunden die Einsatzmöglichkeiten bei einem Tram-Unfall. Quelle: THW/ Anja Villwock

  • THW-Helferinnen und Helfer aus drei Berliner Ortsverbänden erkunden die Einsatzmöglichkeiten bei einem Tram-Unfall. Quelle: THW/ Anja Villwock

  • Von der Empore aus kann THW-Helfer Sebastian Spiegel den Stromabnehmer genauer betrachten. Quelle: THW/ Anja Villwock

  • Von der Empore aus kann THW-Helfer Sebastian Spiegel den Stromabnehmer genauer betrachten. Quelle: THW/ Anja Villwock

  • Von innen kann man mit einer Kurbel den Stromabnehmer von der Oberleitung runterkurbeln. Quelle: THW/ Anja Villwock

  • Von innen kann man mit einer Kurbel den Stromabnehmer von der Oberleitung runterkurbeln. Quelle: THW/ Anja Villwock

  • BVG-Brandschutzbeauftragter Hasenbank erläutert in der Grube die Bremsanlage der Straßenbahn. Quelle: THW/ Anja Villwock

  • BVG-Brandschutzbeauftragter Hasenbank erläutert in der Grube die Bremsanlage der Straßenbahn. Quelle: THW/ Anja Villwock

  • Ein Straßenbahnzug kann bis zu 50 t wiegen und 40 m lang sein. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer

  • Ein Straßenbahnzug kann bis zu 50 t wiegen und 40 m lang sein. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer

  • Mit acht dieser Bolzen kann ein Straßenbahnzug angehoben werden. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer

  • Mit acht dieser Bolzen kann ein Straßenbahnzug angehoben werden. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer

  • Der Sand rieselt bei einer Notbremsung durch eine Röhre vor die Räder. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer

  • Der Sand rieselt bei einer Notbremsung durch eine Röhre vor die Räder. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer

  • Einen Blick auf das Notsteuerpult kann Helferin Salina Kataw werfen. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer

  • Einen Blick auf das Notsteuerpult kann Helferin Salina Kataw werfen. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer

  • THW-Helfer Andreas Maroldt kennt sich aus am Steuerpult  - Straßenbahnfahrer ist sein Beruf. Quelle: THW/ Anja Villwock

  • THW-Helfer Andreas Maroldt kennt sich aus am Steuerpult - Straßenbahnfahrer ist sein Beruf. Quelle: THW/ Anja Villwock

  • Der Ausbildungsabend bei der BVG hat sich gelohnt, fanden die THW-Einsatzkräfte. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer

  • Der Ausbildungsabend bei der BVG hat sich gelohnt, fanden die THW-Einsatzkräfte. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer

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