17.09.2016, von Katharina Bosch (OV Charlottenburg-Wilmersdorf)

Einsatz- und Belastungsübung Atemschutzgeräte (AGT)

Einmal jährlich müssen die Atemschutzgeräteträgerinnen und -träger (AGT) des THW eine Einsatz- und Belastungsübung absolvieren, um immer auf dem besten Stand der Ausbildung und für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

An engen Stellen müssen die Helfer die Atemschutzgeräte abnehmen. Quelle: THW/Andreas Beth

An engen Stellen müssen die Helfer die Atemschutzgeräte abnehmen. Quelle: THW/Andreas Beth

An der diesjährigen Übung des Ortsverbandes Berlin Neukölln unter Leitung des Ausbilders Andreas Beth nahmen Einsatzkräfte aus verschiedenen Ortsverbänden teil.

Im Klärwerk in Waßmannsdorf galt es an diesem Samstag, unter anderem in einer Maschinenhalle über drei Ebenen mehrere verletzte oder hilflose Personen unter Atemschutz zu retten. Der Einsatz verschiedener Rettungs- und Hilfsmittel, beispielsweise mit einem Spine Board, über Leiterteile wurde dabei in das Übungsszenario eingebunden.

In Zweierteams wurden die Einsatzgrundlagen AGT wiederholt und das Funken unter Atemschutz geübt.

Bei der anschließenden Belastungsübung wurde die Kondition der AGT auf die Probe gestellt. Im kompletten Einsatzanzug und unter Atemschutz wurden Erdnägel eingeschlagen, sechs Minuten auf dem Ergometer gefahren, Leitern bestiegen und ein Hindernisparcours bewältigt.

Mit dem Atemschutzgerät werden auch verrauchte Unglücksstellen zugängig.

Zu einem Atemschutzgerät des THW gehören eine Atemschutzmaske, ein sogenannter Lungenautomat, ein Druckminderer und eine Pressluftflasche. Der Lungenautomat schließt direkt an die Maske an und ist, unter anderem, für die Druckanpassung und Sauerstoffdosierung der Atemluft zuständig. Er ist durch fingerdicke Schläuche mit dem Druckminderer und der Pressluftflasche verbunden, die der Helfer auf dem Rücken trägt. 15 Kilogramm schwer ist das Atemschutzgerät und fasst ein Volumen von 1.800 Litern Atemluft. Auch wenn die Atemluft theoretisch für längere Einsätze ausreicht, können die Helferinnen und Helfer der hohen körperlichen Belastung durch den Einsatz mit dem Atemgerät in der Regel maximal 30 Minuten ausgesetzt werden.

In den Flaschen herrscht ein Druck von 300 Bar; der normale Luftdruck liegt dagegen bei nur 1,031 Bar. Damit der Helfer die Atemluft aus der Pressluftflasche einatmen kann, muss der Druck verringert werden. Das geschieht in zwei Stufen: Der Druckminderer reduziert ihn auf einen Mitteldruck von fünf Bar, der Lungenautomat senkt diesen weiter auf Umgebungsdruck.

Die Atemluft, die letztendlich in die Maske gelangt, wird durch den Lungenautomaten dosiert. Die Dosierung hängt vom Unterdruck in der Maske ab, die beim Atmen entsteht. Die Luft wird an der Sichtscheibe vorbei geleitet und verhindert damit, dass diese beschlägt. Die verbrauchte Atemluft gelangt schließlich über das Ausatemventil ins Freie.

Das THW setzt bei solchen Einsätzen Vollmasken ein, die im Gegensatz zu Halb- oder Viertelmasken das ganze Gesicht bedecken. Sie schützen auch die Augen. Außerdem herrscht in den Masken des THW ein sehr kleiner Überdruck von etwa vier Millibar. Er verhindert selbst bei undichten Masken das Eindringen von Atemgiften.


  • An engen Stellen müssen die Helfer die Atemschutzgeräte abnehmen. Quelle: THW/Andreas Beth

  • An engen Stellen müssen die Helfer die Atemschutzgeräte abnehmen. Quelle: THW/Andreas Beth

  • Beim Tragen der Masken ist die Verständigung schwierig und anstrengend. Quelle: THW/Andreas Beth

  • Beim Tragen der Masken ist die Verständigung schwierig und anstrengend. Quelle: THW/Andreas Beth

  • Auf den Ergometer-Fahrrädern kommen die Einsatzkräfte richtig ins Schwitzen. Quelle: THW/Andreas Beth

  • Auf den Ergometer-Fahrrädern kommen die Einsatzkräfte richtig ins Schwitzen. Quelle: THW/Andreas Beth

  • Die Erdnägel mit dem Vorschlaghammer bearbeiten, das ist schon ohne Atemschutzgerät anstrengend. Quelle: THW/Andreas Beth

  • Die Erdnägel mit dem Vorschlaghammer bearbeiten, das ist schon ohne Atemschutzgerät anstrengend. Quelle: THW/Andreas Beth

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